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Gefährliche Keime in Gewässern

Anja Piel: Reserveantibiotika gehören nicht in die Tiermast – Landesregierung zögert

Recherchen des NDR haben ergeben, dass sich in vielen Gewässern Niedersachsens gefährliche multiresistente Keime befinden. Anja Piel, Grüne Abgeordnete aus Fischbeck, sieht hier akuten Handlungsbedarf. „Die Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast glaubt, nichts tun zu müssen. Und das Umweltministerium will sich nur an gesetzliche Minimal-Standards bei Kläranlagen halten“, so Piel.

In den vergangenen fünf Jahren wurde der Einsatz von Antibiotika in der Tiermedizin um mehr als die Hälfte gesenkt. Das ist der Erfolg einer umfassenden Antibiotika-Strategie unter dem grünen Landwirtschaftsminister Christian Meyer. Auch wenn der Antibiotikaeinsatz gesunken ist, wird jedoch gerade das wichtige Reserveantibiotikum Colistin weiterhin – besonders in der Geflügelmast – eingesetzt. „Es liegt doch auf der Hand, was zu tun ist: Reserveantibiotika in der Tierhaltung müssen vom Bund verboten werden! Außerdem brauchen wir Klarheit darüber, was in unseren Gewässern los ist. Wir fordern systematische Untersuchungen auf antibiotikaresistente Keime in Gewässern.“

Auch die Arbeit des Interministeriellen Arbeitskreises (IMAK) müsse vor dem Hintergrund der neuen Messungen konsequent weitergeführt und Gefährdungsabschätzungen für alle möglichen Wege der Kontamination intensiv geprüft werden. Auf der Grundlage könne dann auch geklärt werden, ob und wo spezielle Kläranlagen für Krankenhäuser oder Schlachthöfe hilfreich sind. „Am besten ist es aber, wenn es die Einträge gar nicht erst gibt“, so Piel.

Zum Hintergrund

Während die CDU in der letzten Legislaturperiode wiederholt darauf bestanden hat, dass in der Nutztierhaltung im Notfall auch für die Humanmedizin wichtige (Reserve-) Antibiotika erlaubt bleiben sollte, habe die Grünen hier schon lange auf die Gefahren hingewiesen, dass bald keine wirksamen Antibiotika mehr zur Behandlung von Krankheiten bleiben. Dass sich Resistenzgene eines der laut WHO wichtigsten Reserveantibiotika nun in der Umwelt angereichert haben, kann man nicht ernst genug nehmen.

 

Foto: Michael Maxein

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